Failure is an option (english article)

No research project is successful and perfect from the beginning. Many scientists make mistakes, learn from them and begin anew. But this fact is rarely spoken about. This has to be done much more: in journals and at conferences.

Reporting about mistakes and failed research is part of open science. This does not include non-results but instead, the methods and designs that went wrong due to one’s own decisions or external conditions should be published. In journals, at least in Public Management, there has been no room for this and normally scientists do not like to talk about their failure (in public). Who likes to admit to not having considered something or making mistakes.

Error Culture

However, this handling of mistakes is surprising since most research is based on trial and error. With the exception that one hardly ever speaks about trial and error when the final result is in. Especially to newcomers studies that directly come to the right solution seem like magic. It seems that only their own research does not work out.

Additionally, cumulative dissertations and the general pressure to publish tempt researchers to publish every study instead of conducting a series of (failed) studies.

Open Lab Notebooks

One solution to these problems is already common in some disciplines: open laboratory notebooks. In such diaries, the scientist regularly notes the progress of the study but also, the things that did not work as planned. When these notes are made accessible openly (e.g. on GitHub) they can be easily retrieved by everyone. The problem with this is, that most likely only a few scientists will look into these project-logs before they plan a study. The same applies to personal blogs or websites where scientists document the progress of their scientific projects in more detail. This openness is commendable, however, will probably not reach enough readers.

The ‚Failure‘-Section in Journals

This is the reason why failed trials, in my opinion, belong to journals and conferences. A forthcoming special issue of the International Journal for Qualitative Methods offers a great start. For a special issue on „Qualitative and Mixed Method Failures“ researchers had been invited to report on situations and events „in which [their] choices, presence, or influence contributed conceivably to an adverse or undesirable research process or outcome(s)” (IJQM 2019). Such articles one normally looks for, even in method journals, in vain. Especially these journals could use a section on learnings. And also in disciplinary journals, it seems a good idea to me when problems refer to specific populations (e.g. public administration) or discipline-specific methods.

It would also be possible to integrate a section of “learnings” into the actual research paper. In my experience, most researchers report fairly transparent about their research process, but mostly these passages are eliminated first from their articles. And in the end, no one can read up on it. So why should this issue not be included in a structured abstract? Besides ‘results‘, ‘method‘ and ‘practitioner points‘ there would also be ‘failures and learnings‘.

The ‚Fuck Up‘-Panel

In addition, and even better before, failed research designs and methods should be discussed more intensely at conferences. Inspired by so-called fuck up nights, in which founders talk about failed start-ups, stories on failure could be told in conference presentations. Either in an own panel or even better in the regular tracks. Especially in relatively fixed special interest groups that regularly meet up and are loyal communities, no fear should arise that admitting to such mistakes could hurt one’s career.

This possibly could disenchant some scientific stars but at the same time, it would make them more approachable and human. Because: failure is success in progress.


This article has already been published in a german version here.

Translation by Lisa-Sophia Preller.

Failure is an option (deutsch)

Kein Forschungsprojekt gelingt von vornherein perfekt. Viele WissenschaftlerInnen machen Fehler, lernen daraus und beginnen von vorn. Nur wird darüber öffentlich selten gesprochen. Das sollten wir viel mehr tun: in Journals und auf Konferenzen.

Es ist auch Teil von offener Wissenschaft, transparent über Fehler und missglückte Forschung zu berichten. Das meint nicht die Publikation von Nullergebnissen, sondern Methoden und Designs, die aufgrund eigener Entscheidungen oder externer Rahmenbedingungen schief gegangen sind. In unseren Journals, zumindest im Public Management, gibt es hierfür bisher keinen Platz und in der Regel sprechen WissenschaftlerInnen hierüber (öffentlich) nicht gern. Wer gibt schon gern zu, was man nicht bedacht oder worin man sich geirrt hat.

Fehlerkultur

Dennoch verwundert dieser Umgang mit Fehlern, denn die allermeiste Forschung basiert auf trial and error. Nur dass über die trials and errors oft niemand spricht, wenn dann das endgültige Ergebnis da ist. Gerade für Neulinge in der Forschung erscheint es oft magisch, wie Studien direkt zur richtigen Lösung gelangt sind. Nur bei der eigenen Forschung klappt es dann vermeintlich immer nicht.

Hinzukommt, dass kumulative Promotionen und der allgemeine Publikationsdruck dazu verleiten, jede Studie publizieren zu wollen, statt Folgestudie um Folgestudie durchzuführen.

offene Labortagebücher

Eine Lösung für solche Probleme ist in einigen Disziplinen schon verbreitet: die offenen Labortagebücher. In einem solchen Tagebuch notiert man regelmäßig den Fortgang einer Studie und vermerkt eben auch, was nicht geklappt hat. Wenn diese Notizen nun offen zugänglich gemacht werden (z.B. auf github), sind sie für alle nachlesbar. Das Problem daran ist, dass wahrscheinlich nur wenige Forscher in solche Projekt-Logs hereinschauen, bevor sie eine Studie planen. Das gleiche gilt für eigene Blogs oder Webseiten, auf denen ForscherInnen den Fortgang ihrer Forschungsprojekte ausführlich dokumentieren. Lobenswert ist diese Offenheit in jedem Fall, nur erreicht sie wahrscheinlich nicht genug Leser.

‚failure‘-Sektionen in Journals

Deshalb gehören solche missglückten Versuche meiner Meinung nach in unsere Journals und auf unsere Konferenzen. Ein in Produktion befindlicher Special Issue des International Journal für Qualitative Methods macht hier einen tollen Aufschlag. Für ein Themenheft zu „Qualitative and Mixed Method Failures“ waren ForscherInnen eingeladen über Situationen oder Ereignisse zu berichten, „in which [their] choices, presence, or influence contributed conceivably to an adverse or undesirable research process or outcome(s)” (IJQM 2019). Solche Artikel sucht man sonst, auch in den Methoden-Journals, vergeblich. Gerade in diesen Zeitschriften könnte aber eine regelmäßige Sektion zu learnings nicht schaden. Und auch in den fachspezifischen Zeitschriften scheint mir dies eine gute Idee, wenn sich Probleme beispielsweise auf spezielle Populationen (z.B. Public Administration) oder fachspezifische Methoden beziehen.

Es wäre auch denkbar, eine solchen Abschnitt zu „learnings“ in die eigentlichen Forschungspapiere zu integrieren. Meiner Erfahrung nach berichten die meisten ForscherInnen sogar ziemlich transparent über ihren Forschungsprozess, häufig ist dies aber die erste Streichmasse in den Artikeln. Und am Ende kann es dann eben keiner mehr nachlesen. Warum also nicht beispielsweise diesen Punkt in ein strukturiertes Abstract integrieren? Neben ‚results‘, ‚method‘ und ‚practitioner points‘ gibt es dann eben auch ‚learnings‘.

das ‚fuck up‘-Panel

Darüber hinaus, und am besten sogar vorgelagert, müssen missglückte Forschungsdesigns und Methoden auch viel stärker auf Konferenzen diskutiert werden. Inspiriert von sogenannten fuck up nights, in denen GründerInnen von gescheiterten Start-Ups erzählen, könnte es solche Geschichten des Scheiterns auch bei Konferenzpräsentationen geben. Entweder in einem eigenen Panel oder noch viel besser in den themenspezifischen Tracks. Gerade bei relativ festen Special Interest Groups, die sich regelmäßig sehen und eine loyale Gemeinschaft sind, dürfte dann auch wenig Angst herrschen, dass solche eingestandenen Fehler einem schaden.

Das entzaubert dann möglicherweise die ein oder andere wissenschaftliche Ikone, macht sie aber gleichzeitig nahbarer und menschlich und die Wissenschaft weitaus ehrlicher. Denn: failure is success in progress.


Eine englische Übersetzung des Beitrags findet sich hier.

Open Science – ein Traum für die Wissenschaftskommunikation

Offene Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation gehen oft Hand in Hand. Zum einen engagieren sich viele Wissenschaftskommunikatoren in diesem Bereich und sorgen mit ihrer Arbeit zumindest für Transparenz. Auf der anderen Seite nehmen immer mehr Wissenschaftlerinnen die Kommunikation ihrer Forschung selbst in die Hand.

Als Gegenstück zu meinem Interview mit Matthias Zimmermann für das Portal-Magazin der Uni Potsdam im Herbst 2018 frage ich ihn nun daher nach seiner Perspektive als Wissenschaftskommunikator auf das Thema.

Warum ist offene Wissenschaft für dich als Wissenschaftskommunikator interessant?

Weil in ihr, so das Ideal, das ich in ihr sehe, der Wert der wissenschaftlichen Arbeit im Zentrum steht. Und nicht nur die zu Wort kommen, die dafür die nötigen Ressourcen haben. Und weil ich in der Regel nicht nur die Ergebnisse sehe, sondern auch den Weg dorthin. Das Versprechen offener Wissenschaft ist ja, dass sie quasi „gläsern“ ist und ein Stück weit sich selbst erklärt. Für eine Kommunikation, die sich das Vertrauen der Öffentlichkeit erarbeiten muss, ein Traum!

Welche Chancen und Herausforderungen birgt offene Wissenschaft für deine Arbeit und für dich privat?

Beruflich bin ich ihr bislang eher selten begegnet, was wohl dafür spricht, dass sowohl die Wissenschaftsinstitutionen als auch ich einiges aufzuholen haben. Aber die Berührungspunkte häufen sich – und das finde ich spannend. Als Vermittler von Wissenschaft begegne ich ihr nun immer wieder und bin begeistert, wie (scheinbar!) selbstverständlich sie nun überall auftaucht. Es bleibt die Herausforderung, dass ich spüre: Ein alternatives Netzwerk zur Qualitätssicherung ist wichtig. Privat bin ich kein Wissenschaftler (mehr), sondern begeisterter Laie und Konsument wissenschaftlicher Forschung – egal welcher Couleur. Den qualifizierten Blick des Kommunikators kann ich dabei natürlich nie ganz ruhen lassen. Und freue mich, wenn ich Blüten offener Wissenschaft aufspüre.

Was hältst du davon, wenn immer mehr Wissenschaftler die eigene Forschung über Social Media und andere Kanäle kommunizieren? Wo bleibt dann noch etwas für dich zu tun? Und was kannst du auf jeden Fall besser?

Ich finde das grandios! So erfahre ich selbst oft zuerst von neuen Projekten, spannenden Veranstaltungen oder Forschenden, deren Arbeit oder auch nur Denken ich inspirierend finde. Außerdem können wir in der Pressestelle nicht für alle 2.000 Forschenden an der Uni Presse- und Öffentlichkeitsarbeit machen. Im Idealfall moderieren wir, helfen, den richtigen Ton zu finden. Viele können das schon, da trete ich gern ins Publikum zurück. Anderen verhelfen wir zu noch mehr Aufmerksamkeit. Ich denke, das ist eine Win-win-Situation. Was ich meist noch besser kann, ist einen Schritt zurücktreten und schauen: Was ist für den Laien wirklich interessant? Wissenschaftler wollen oft alles vermitteln, doch das überfordert viele maßlos und sie schrecken zurück. Es geht darum, neugierig zu machen. Wer mehr will, fragt nach. Und da ich selbst in den meisten Fachgebieten als Laie bezeichnet werden muss, bin ich Übersetzer und erster Leser zugleich – sorge also dafür, dass wirklich (fast) jeder auch versteht, wovon wir da berichten. Das fällt vielen schwer, die tagein, tagaus in „ihrer“ Fachsprache texten.

Welche Entwicklungen im Bereich der offenen Wissenschaft würdest du dir aus Sicht der Wissenschaftskommunikation wünschen?

Dass sie nicht nur Traum oder Praxis einzelner widerständiger Idealisten ist, sondern der Normalzustand. Ich glaube, dass die Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, sich nur in Gemeinschaft lösen lassen. Das gilt auch für viel beschworene Wissenschaftscommunity. Erst wenn es ihr gelingt, sich der Kapitalisierung zu widersetzen und ohne Zwangsverwertung „ihre Arbeit“ zu tun, wird offene Wissenschaft vollumfänglich möglich und kann ihr Potenzial entfalten. Hoffentlich rechtzeitig,

Bist du im Rahmen deiner Arbeit eher mit Wissenschaftlern in Kontakt die gern über Ihre Arbeit sprechen und diese transparent machen wollen oder sind Wissenschaftler (dir gegenüber) eher verschlossen?

Ganz klar Ersteres. Die Meisten haben längst begriffen, dass es ihrer Arbeit im Kern hilft, wenn sie auch einem breiteren, nichtwissenschaftlichen Publikum verständlich gemacht werden. Das steigert nicht nur ihr persönliches Renommee, sondern entspricht auch dem Wesen von Wissenschaft an sich: Sie will sich (mit)teilen, um daraus weiter zu wachsen, neue Diskurse anzustoßen und weiteres Wissen zu schaffen. Das geht nicht nur im Labor und auf Fachtagungen. Außerdem muss Wissen, das aus dem Fragen einer Gemeinschaft heraus entstand, auch wieder in diese zurückfließen. Denn nur dort kann es wiederum ganz anders, unerwartet befragt werden, um wieder Wissenschaft anzustoßen, die der Einzelne nicht initiieren kann. Das ist den Meisten bewusst, manchen sogar ein Bedürfnis.


Matthias Zimmermann ist Pressereferent an der Universität Potsdam und verantwortet das Forschungsmagazin „Portal Wissen“.

Open and Accessible: perspectives for national journals (english article)

This article aims to add to the discussion about the divide between international and national journals that Reichard (2018) already referred to. He encourages the idea of strengthening journals for public administration in German. This article seconds this demand and shifts the discussion to an additional aspect that could fuel a new strategic orientation of national journals: open access to publications. Access is divided into two categories in this article: open access to articles and accessibility in the meaning of understandability and usability for the reader.

Many scientists prefer to publish in high ranking journals today, which are mostly international journals. National journals have increasing problems in finding enough (qualitatively high) submissions. This preference is based on the ‘career metrics’ of the scientific system. At the same time, scientists engage in open science and want to communicate their results to their target groups. Science communication is booming like never before. This development could be capitalized by national journals. They should redefine their strategy by focusing on open access in order to become more attractive to authors. Such a reorientation should be taken seriously especially if it is the journal’s wish to be application-oriented and able to reach practitioners. Open access has to go hand in hand with accessibility. Both dimensions of open access will be outlined in this article and discussed in regard to application-oriented (national) journals.

Open access to publications has been discussed and demanded more and more in the past years within the context of open science. It is called for open access because, otherwise, the public finances research more than would be necessary: by payment of the scientists themselves, by funding of research projects and by ‘buying back’ the results condensed in articles and books. Free access to research results normally includes online publications. Open access is much wider spread in journals than in book publications. Some journals publish with unlimited access (full OA journals), many others only make some articles available.

Green and Golden Way of OA

Ways of open access (OA) can be distinguished into a green and a golden way. Golden OA refers to the open publication of an actual article or book. Green OA, on the other hand, means that additionally to the actual (not-accessible) publication, an article or book is published without restrictions as a pre- or post-print. Pre-print means a publication before the launch of the work. This can happen before peer review or submission to a journal or after the article has gone through the feedback process and has been accepted for publication. Accordingly, there are differences in the quality of contributions. For pre-prints online platforms can be used, e.g. SocArxiv.

If an article is freely published after a restricted publication, one speaks of post-prints. Post-prints might, for example, be published in series by universities and other research facilities. For these kinds of secondary publications, embargo periods exist that publishers decide on with the first publication and they range from 12 to 24 months. Correspondingly, green OA is often delayed. Additionally, temporary open access is becoming more and more common, e.g. when virtual special issues are released with already published and much-cited articles. Also, such virtual special issues are interesting for national journals in order to create a collection of topics that facilitate research for practitioners.

Paid and Unpaid Open Access

In almost all international journals it is possible to purchase golden open access. Fees vary from 2000 to 3000 euros with commercial publishers and some hundred euros with small publishers or nonprofit journals (so-called article processing charges, APC’s). In the last case, these contribute to the financing of editing, in the first case these fees are meant to compensate for the loss of venue that results from open access. There are (non-profit) journals that offer a free open publication for authors. Usually, these journals apply the rule of open access to all articles and not just when specifically asked (and paid) for by the author.

Obligation for Open Access Intensifies

Rightly, the open publication of research results is demanded more and more by providers of research funds or is regulated by law. For example in the course of “Coalition S“ many national and international research funding authorities, e.g. the European Commission or the British, Norwegian or Austrian equivalent to the DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft – German Research Foundation) have decided that from 2020 on all projects funded through them have to be published open access. In Denmark, the Ministry of Science has decided on a similar directive. The Dutch government intends all Dutch universities to release at least 60% of their publications openly already by 2019 and 100% by 2024. For projects conducted through Horizon 2020, this obligation already applies now. The DFG asks that all of their recipients of funds to publish openly but does not make it compulsory.

These demands of funding authorities can be used by national journals in order to position themselves as a publisher that offers these possibilities. Further, open access is often correlated with higher use. Studies indicate that freely accessible articles are cited more often, e.g. also in political science (Antelmann 2004; Harnad/Brody 2004). Therefore, open access can increase the impact a journal makes.

Particularly for journals that address a wider readership not just citations through other scientists are significant but more so if the publications enter the discourse of and amongst practitioners. I argue that this is easier with open access. Many actors in public administration cannot afford journal subscriptions but rather research their questions online. If then, they have free access to journals the possibility of using them is more likely.

Open Access by Small Scientific Publishers

Until now especially small publishers, that frequently publish national journals, are largely overlooked by actors of open science. An alliance of German science organizations is negotiating deals with big publishers since the subscriptions of their journals cause high costs. A study regarding small and middle-sized commercial scientific publishers in German-speaking regions discovered that for 59% of the interviewed publishers the demand for open access slowly increases and for 31% even significantly (Kaiser/Lackner 2018). This particularly applies to publishers that publish more than ten journal titles. Also regarding author acquisition, open access is relevant for most interviewed publishers. Every third publisher assumes that open access is the future default in scientific publishing; another 60% see it as an addition to existing offers of publishers. The study also shows that publishers expect open access to give them improved visibility and advantage in competition but also that there is (not yet) a lot of knowledge of business models in these areas.

Something That Is Free, Isn’t Worth Anything?

Regarding open access, the common opinion is that inadequate articles, that could not be published anywhere else are published open access. To prevent such tendencies, intensive editorial selection and a review system are important. If not, such journals are trapped in a vicious circle: If articles of lesser quality lead to a bad image of the journal, no or few good quality articles are being submitted. If the articles are accessible however and the quality is satisfactory, it is doubtful that readers would actually prefer to pay for journals.

Open Access Means Also Accessibility

Simply open access to publications by itself will not help (public administration) researchers to strengthen the discourse with (administrative) practitioners. Open access should rather be enhanced by accessibility. This concerns the topics and contents of articles as well as their language.

When national journals want to address a broad readership, articles have to be thematically diverse. This, however, cannot mean that merely scientific journal articles with elaborate methodical descriptions are published. It can also not mean that practitioners can just publish project descriptions. In both cases, the respective readership will not feel addressed. The art of a journal in order to be attractive for both scientists and practitioners is to publish topics that are relevant to both sides. For this, tandems of authors can be useful. A first step in that direction can be achieved through structured abstracts that explicitly demand a description of the practical and theoretical contribution of an article. All editorial boards should set such standards.

Accessible Language

Besides topics that are interesting to a broad readership, it is important to present them in an intelligible manner. This plea for accessible language is addressed to both author groups from application-oriented journals. For the public administrative area, the same rules apply for practitioners, whose “officialese” can be hard to understand, as well as scientists, whose scientific language can create incomprehension.

Such accessibility cannot only help to foster the discourse between administrative praxis and science but can also help society to regain trust in science and its results. Only recently the German politician Jürgen Zöllner rightly demanded that scientists should explain their work in German again. Thereby, national journals cannot only position themselves as an access point to the scientific field for practitioners but also for citizens, politicians, and newcomers in this area.

To break down one’s results and communicate them in an accessible way is not easy and not every scientist will be proficient in mastering that task. However, expressing matters accessibly can be practiced and can, for example, happen in a team together with an author from practice. Of course, publishing accessibly should be part of application-oriented as well as basic research. In my experience explainability establishes good quality. A person who is able to explain their studies well is by no means conducting trivial research but has mastered the subject matter.

To publish nationally, initially contradicts what is acknowledged in many disciplines nowadays but should be every author’s goal. A publication strategy that aims at linking practice and career metrics could be to present research results at first internationally and in a peer-reviewed journal. Afterward, research should be broken down and published nationally – open access and in an accessible manner!

Literature

Reichard, C. (2018):  Die zunehmende Kluft zwischen nationalen und internationalen Fachzeitschriften, in: Verwaltung und Management Nr. 6/2018, S. 295-298. https://doi.org/10.5771/0947-9856-2018-6-295

Antelmann, K. (2004): Do Open-Access Articles Have a Greater Research Impact?, in: College & Research Libraries Nr. 5/2004, S. 372-382. https://doi.org/10.5860/crl.65.5.372

Kaier, C./Lackner, K. (2018): Open Access aus der Sicht von Verlagen, in: BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis. Advance online publication. https://doi.org/10.18452/19635

Harnad, S./Brody, T. (2004): Comparing the Impact of Open Access (OA) vs. Non-OA Articles in the Same Journals, in: D-Lib Magazine Nr. 6/2004. doi:10.1045/june2004-harna


This article has already been published in a similar german version here.

Translation by Lisa-Sophia Preller.

Offen und Zugänglich

Mein neuer Debattenbeitrag zur Zukunft der nationalen Fachzeitschriften beschäftigt sich mit Open Access und Zugänglichkeit von Themen und Sprache. Wenn wir wieder stärker in den Diskurs mit Praktikern treten wollen, müssen wir unsere Publikationsstrategie überdenken. Dann können wir eben nicht nur international publizieren und ein wissenschaftliches Publikum ansprechen, sondern müssen unsere Ergebnisse auch für ein nationales Publikum übersetzen. Übersetzen nicht nur vom Englischen ins Deutsche, sondern auch in eine verständliche Sprache mit einem praxisorientierten Themenfokus.

Den ganzen Beitrag gibt es in Open Access hier.

Eine englische Version des Artikels findet sich hier.

Der erste Beitrag in dieser Debatte von Christoph Reichard findet sich hier (leider hinter Paywall).

 

 

Offene Wissenschaft an der Uni Potsdam

Interviews mit 5 Forschenden verschiedener Disziplinen im Unimagazin Portal

Was sie von offener Wissenschaft halte? „Viel!“ Wenn es um Open Science geht, greift Caroline Fischer auch schon mal zum Ausrufezeichen: „Sonst ist die Qualität von Forschung nicht überprüfbar.“ Die junge Verwaltungswissenschaftlerin promoviert am Lehrstuhl für Public und Nonprofit Management der Universität Potsdam und engagiert sich dafür, Forschung transparenter zu machen. So war sie ein Jahr Fellow im Programm „Freies Wissen“ und hat eine Veranstaltung für Promovierende initiiert, um darüber ins Gespräch zu kommen. Vor allem aber will sie mit gutem Beispiel vorangehen: „Ich versuche viel offen zu publizieren, teilweise als Zweitveröffentlichung über den Univerlag oder als Pre-print. Ich werde den Datensatz, mit dem ich im Rahmen meiner Dissertation arbeite, veröffentlichen und plane für den zweiten Teil der Arbeit eine Präregistrierung beim Open Science Framework.“ Mit ihrer Begeisterung ist die Nachwuchsforscherin an der Uni Potsdam nicht allein.

vollständiger Beitrag im Portal-Magazin der Uni Potsdam

Pre-print: digitale Vorabdrucke schaffen Feedback und offenen Zugang

‚Digitale Vorabdrucke‘ sind eine Möglichkeit Artikel auf grünem Wege offen zu publizieren. Sogenannte pre-prints erscheinen digital vor Veröffentlichung eines Beitrags. Vorteil ist, dass so lange Publikationszeiten überbrückt werden können. Auch kann vor Einreichung zur Publikation Feedback eingeholt werden.

Man kann Artikel vorveröffentlichen, ohne dass diese bereits für eine Publikation angenommen wurden. So wird es möglich ein innovatives Thema für sich zu besetzen oder auch vor der Einreichung zu einem Journal Feedback zu erhalten. Problematisch kann durchaus werden, dass viele Verlage nur solche Werke veröffentlichen, die vorher noch nicht publiziert worden sind. Das heißt zwischen pre-print und Einreichung sollte sich ein Artikel weiterentwickeln oder beispielsweise eine Übersetzung erfolgen. Ich kenne bisher aber keine Fälle, in denen Artikel aufgrund eines pre-prints abgelehnt wurden.

 

Schönes Beispiel für Feedback und Verbesserung eines Artikels durch pre-print

Ist ein pre-print geplant, wenn ein Beitrag schon für eine Veröffentlichung angenommen wurde, muss zunächst geprüft werden, ob dies im Verlagsvertrag explizit ausgeschlossen. Meiner Erfahrung nach sind pre-prints von Buchkapiteln meist nicht möglich, von Journalartikeln in der Regel aber schon. Wichtig ist dann jedoch, dass die Version des Artikels als pre-print abgelegt wird, die noch nicht für das Journal gesetzt wurde, sondern eine selbst erzeugte Datei. Uneinigkeit besteht darüber, ob nur die Ursprungsversion eines Artikels oder auch die Version nach Abschluss des Reviewverfahrens und einer entsprechenden Überarbeitung vorab veröffentlicht werden darf. Meiner Ansicht nach macht es aber keinen Sinn, mehrere Überarbeitungsstände eines Artikels zu veröffentlichen, dies sorgt für die Leser wahrscheinlich nur für Verwirrung. Ich würde daher daher stets versuchen, die Version des Artikels als pre-print abzulegen, die so (textlich, aber ohne Layout) veröffentlicht werden soll.

Wo veröffentlichen?

Beide Formen von pre-prints können in Archiven wie Zenodo, SocArxiv oder Github abgelegt werden. Hier  findet sich eine hilfreiche Entscheidungsvorlage, welches Archiv für welche Zwecke geeignet ist. Ich habe mich für meine pre-prints für SocArxive entscheiden, weil es in den Sozialwissenschaften wohl das meist verbreitete ist und, etwa im Gegensatz zu Researchgate, auf non-profit-Basis arbeitet. Ich kann meinen Account dort zudem mit OSF (open science framework) verbinden und dort beispielsweise eine Präregistrierung oder offene Datensätze zu einem Projekt ergänzen.

Werden pre-prints in solchen Archiven abgelegt, erhält der Beitrag eine DOI. Wird der Beitrag später veröffentlicht kann auch die „Print-DOI“ hinzugefügt werden. Als problematisch könnte sich hier durchaus herausstellen, dass am Ende zwei DOIs für den gleichen Beitrag existieren und dies beispielsweise Schwierigkeiten bei der Zählung der Zitationen erzeugen kann. Dies sollte in Zukunft geklärt werden.

Für mich liegen die Vorteile von pre-prints dennoch auf der Hand. Für bereits angenommen Beiträge stellen diese eine für die Autoren kostenfreie Weise der Open Access-Schaffung dar und sorgen dabei noch für eine schnelle Publikation. Wer Angst vor Themenklau hat, kann auch Beiträge öffentlich machen, die noch nicht für eine Publikation eingereicht wurden. Ich habe beispielsweise einen Konferenzartikel als pre-print publiziert, der eine Skalenentwicklung skizziert, die noch nicht abgeschlossen ist. Ich erhoffe mir davon einerseits Feedback im laufenden Forschungsprozess, auch außerhalb von Konferenzdiskussionen. Andererseits würde ich mich, wenn parallel schon andere Wissenschaftler mit meinen entwickelten Items arbeiten und damit zur Validierung der Skala beitragen. Und zuletzt möchte ich auch vermeiden, dass mir jemand mit diesem Thema zuvorkommt beziehungsweise ich zeigen kann, dass ich schon an dem Thema arbeite.

Beispiele

Hier findet ihr meine ersten beiden pre-prints, die beide übrigens bereits am ersten Tag schon mehrmals heruntergeladen wurden:

Ich freue mich über euer Feedback!